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Folge 16: IfFM-Inside! Jogi Löw über Erfolgsfaktoren bei der WM 2018

Folge 16: IfFM-Inside! Jogi Löw über Erfolgsfaktoren bei der WM 2018

Beim SWISS SPORT FORUM in Zürich, bei dem das Ismaninger Institut für Fußballmanagement als wissenschaftlicher Partner fungierte, stellte Bundestrainer Jogi Löw am Dienstag die kurz bevorstehende Entscheidung für das deutsche WM-Quartier in Russland als möglicherweise entscheidenden Erfolgsfaktor für die Mission Titelverteidigung 2018 heraus.

Löw bei der Veranstaltung, die unter dem Motto „Zwischen Confed Cup 2017 und WM-Endrunde 2018“ stand: „Im Sommer hatten wir während des Confed Cups die Gelegenheit, die Infrastruktur kennenzulernen. Russland hat elf verschiedene Zeitzonen. Das ist schon eine Dimension, die uns bislang fremd war. Jetzt stehen wir gerade in dieser Woche vor der Frage: Wo gehen wir hin? Wir haben zwei Möglichkeiten: Sotschi, wo die Bedingungen sehr gut sind – sehr gutes Wetter, gute Trainingsmöglichkeiten. Auf der anderen Seite käme es aus Sotschi im Laufe des Turniers auch zu längeren Reisen. Wir haben die andere Möglichkeit in Moskau.“

Bis zum 15. Dezember muss der DFB sein WM-Teamquartier offiziell benennen. Löw: „Diese Woche setzen wir uns nochmal zusammen. Wir hatten gesagt, wir warten die Auslosung ab. Unsere möglichen Wege können wir nun ein bisschen besser sehen. Es ist eine schwere Entscheidung, denn Moskau birgt andere Gefahren – wie den Verkehr. Auf den Reisestress muss man schon ein Auge haben. Gerade wenn man dann im Achtel-, Viertelfinale im Drei-, Viertagesrhythmus spielt und die Spieler die letzten Reserven mobilisieren müssen, ist es schon wichtig, dass man nicht so viel Reisestress hat. Manchmal spielt man abends um 21 Uhr. Man fliegt dann nachts ins Team-Base-Camp zurück. Dann ist man erst um 3 oder 4 Uhr morgens wieder da, wo man hinmöchte. Das bedeutet: Den nächsten Tag kann man so ein bisschen streichen. Weil die Spieler einfach müde sind. Und das summiert sich ganz einfach im Laufe eines Turniers. Von daher ist diese Entscheidung dieses Mal schwierig. In Brasilien haben wir es gut getroffen. In Russland kann es schon sein, dass wir vor größere Probleme gestellt werden.“

Löw, den Tagungsleiter Urs Scherrer als „Baumeister des deutschen Fußballerfolgs“ bezeichnete, zieht daher während der WM in Betracht, auch mal ein Abschlusstraining im Stadion auszulassen. Löw: „Wir haben das in Brasilien auch schon gemacht, dass wir im Team-Base-Camp trainiert haben und dann am Nachmittag zum Spielort geflogen sind. In der Regel ist es schon gut, wenn die Spieler, gerade wenn sie das Stadion nicht kennen, so ein bisschen das Gefühl bekommen, wie der Rasen, wie der Anfahrtsweg zum Stadion ist. Das ist schon ein kleiner Vorteil, den man normalerweise nutzt. Wenn man aber weiß, man muss jetzt durch den Verkehr und man fährt vielleicht anderthalb Stunden zum Training, wie es in Moskau sein kann, dann ist das vielleicht nicht unbedingt förderlich, wenn man am nächsten Tag an die Grenze gehen muss.“

Bei einer Führung durch das FIFA World Football Museum durfte Löw im Vorfeld des Events als amtierender Weltmeister-Trainer bereits die originale Winners Trophy 2018 in die Hände nehmen. Aufgrund der großen Nachfrage am SWISS SPORT FORUM wurde die Veranstaltung im Kirchgemeindehaus Zürich-Enge abgehalten, statt wie anfangs geplant im FIFA World Football Museum.